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BALLETT: ANNE FRANK

Badisches Tagblatt, Nike Luber, 25.04.2016

Für die Uraufführung des Tanzstücks "Anne Frank" im Badischen Staatstheater Karlsruhe fand Bühnenbildner Sebastian Hannak eine eindrückliche Umsetzung in symbolkräftigen Bildern. Im Verbund mit der sehr geschickt vom Choreografen Reginaldo Oliveira ausgewählten Musik gelang es, das Thema atmosphärisch dicht umzusetzen ...

Oliveiras erzählende Choreografie, Hannaks stets perfekt auf die Situation zugeschnittener Bühnenraum und die suggestive Musikauswahl ergeben eine Einheit. Durch die zeittypischen Kostüme verankerte Kostümbilderin Judith Adam "Anne Frank" im historischen Zeitraum ... Es gibt keine Szene, die für sich nicht gelungen wäre.

dpa, Martin Röber, 24.04.2016

Sebastian Hannak hat dazu ein Bühnenbild geschaffen, das das beengte Leben des Mädchens zeigt und gleichzeitig genug Platz für die immer wieder überraschenden choreografischen Einfälle Oliveiras lässt. Das Karlsruher Staatsballett von Direktorin Birgit Keil setzt das alles mit beeindruckender tänzerischer Perfektion und spürbarem emotionalen Engagement um.

Den ganzen Artikel finden Sie hier http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/kultur/sn/artikel/anne-franks-tagebuch-als-ballett-193487/

BNN, Susanne Schiller-Winkel, 25.04.2016

Die Begeisterung für die Uraufführung von „Anne Frank“ bei der Premiere war riesig. Der junge Choreograf kniete unter dem großen Beifall vor seinen Tänzerkollegen nieder. Ihnen hat er in der Tat viel zu verdanken. Das gilt auch umgekehrt. Kurz: Ein herausragende Produktion.

Tanz, Angela Reinhardt, 01.06.2016

In erstaunlich eindrücklichen Bildern führt ein junger brasilianischer Choreograf, geboren in der Favela, seinem bewältigungserfahrenen Publikum das berühmte Tagebuch vor Augen, das vielen Jugendlichen noch heute ihre ersten Eindrücke vom Schrecken des Nazi-Regimes vermittelt. Sollten die hier herausfinden, dass auch der Tanz solchen Schrecken aufzeigen kann, dann wäre das ein genauso willkommener Effekt wie der Schritt, den das klassisch orientierte Badische Staatsballett damit wagt: weg vom virtuosen und hin zu einem stärker am Theater orientierten Tanz.

Reginaldo Oliveira kann klar erzählen. Er erklärt in Rückblicken, parallelen Bildern oder kurzen Fantasien die Kausalität der Ereignisse, zeigt das beengte Leben im holländischen Dachbodenversteck. Manchmal geraten ihm Struktur und Ästhetik noch zu einfach, aber es ist eine aufrichtige, keine prätentiöse Naivität der Erzählung. Eine, die zum Buch eines gerade erwachsen werdenden Kindes passt.

Oliveira entwickelt starke Bewegungsmotive und versinkt nie wirklich tief im neoklassischen Beliebigkeitsfundus. Vor allem besteht er nicht auf ständiger Bewegung und hektischer Betriebsamkeit, wie es so viele seiner Kollegen tun, sondern gönnt dem Stoff in entscheidenden Momenten innere Ruhe.

Bruna Andrade in der Titelpartie und die Karlsruher Tänzer entwickeln im Stück ihres Kollegen eine für ihre Kompanie ganz neue theatralische Tiefe.

Schwarzwälder Bote, Dieter Schnabel, 25.05.2016

Die Stärken des Balletts sind einerseits die Schilderungen des Lebenswegs der Titelheldin von der Unbeschwertheit der Kinderjahre über die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens bis hin zum frühen Tod und anderseits die differenzierten tänzerischen Zeichnungen der handelnden und seelisch wie körperlich misshandelten Personen.

An erster Stelle muss dabei Bruna Andrade als Anne Frank genannt werden, die deren Entwicklung sowohl tänzerisch als auch spielerisch und mimisch ausdrucksstark, glaubhaft und überzeugend transparent macht – eine grandiose, unnachahmliche künstlerische Leistung.

SWR Fernsehen KUNSCHT, 22.04.2016

Vorbericht Anne Frank

Probenmitschnitt Verliebt im Versteck

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