Zur mobilen Version

Navigation einblenden

DIE DEUTSCHE MITVERANTWORTUNG AM VÖLKERMORD

Vortrag & Diskussion mit Prof. Dr. Ashot Hayruni

ARMENIEN FESTIVAL VERGISSMEINNICHT

Dauer: 1h 00

29.11.2015 STUDIO

DIE DEUTSCHE MITVERANTWORTUNG AM VÖLKERMORD

Ashot Hayruni ist weltbekannter Experte des Genozids an den Armeniern. Als Professor am Lehrstuhl für Geschichte des armenischen Volks an der Universität Eriwan veröffentlichte er Bücher und Forschungsartikel auf Armenisch und Deutsch. 2012 erhielt er die Albert Schweitzer Medaille für seine humanitären Verdienste. In einem Essay schreibt er: „Um ihre vorbehaltlos duldende Haltung zu der türkischen Vernichtungspolitik zu rechtfertigen, berief sich die kaiserlich deutsche Regierung auf die ‚Begründung‘ einer deutsch-türkischen Waffenbrüderschaft. Eine ausführliche Untersuchung der Frage weist darauf hin, dass die damalige deutsche Regierung erfolgreich auf ihren osmanischen Verbündeten hätte einwirken können, um die Vernichtung der Armenier zu verhindern, und zwar ohne die Waffenbrüderschaft zu gefährden. Dies ist nicht zuletzt von mehreren in der Zeit des Genozids in der Türkei tätigen deutschen Diplomaten und Offizieren bestätigt worden. Die dadurch bedingte Mitverantwortung Deutschlands ist in dem vom Deutschen Bundestag im Juni 2005 verabschiedeten nicht-legislativen Beschluss Erinnerung und Gedenken an die Vertreibungen und Massaker an den Armeniern 1915 – Deutschland muss zur Versöhnung zwischen Türken und Armeniern beitragen akzeptiert worden: Der Deutsche Bundestag, heißt es darin, bedauert auch die unrühmliche Rolle des Deutschen Reiches, das angesichts der vielfältigen Informationen über die organisierte Vertreibung und Vernichtung von Armeniern nicht einmal versucht hat, die Gräuel zu stoppen.‘ Im sechsten Absatz handelt es sich sogar um ‚die Pflicht Deutschlands, sich der eigenen Verantwortung zu stellen.‘ Gerade von dieser eigenen Mitverantwortung ausgehend, sollte die Bundesrepublik Deutschland nicht nur selbst den Völkermord an den Armeniern in der Türkei anerkennen und verurteilen, sondern auch dazu beitragen, dass er von der türkischen Regierung anerkannt und verurteilt wird.“

Navigation einblenden