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DIE CHIFFRE 1915 – EINSAMES ODER GEMEINSAMES DENKEN?

Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Aleida Assmann

ARMENIEN FESTIVAL VERGISSMEINNICHT

Dauer: 0h 30

22.11.2015 MITTLERES FOYER

DIE CHIFFRE 1915 – EINSAMES ODER GEMEINSAMES DENKEN?

Ein wichtiger Bestandteil in der Bewältigung und Bearbeitung von Katastrophen ist aktives Erinnern und eine starke Erinnerungskultur. Nur wenn sich alle Beteiligten den Ereignissen stellen, ihren Anteil der Verantwortung bewusst erkennen und annehmen und Empathie und Verständnis äußern, kann ein tragfähiges Fundament für ein neues Zusammenleben gebaut werden. Diese Auseinandersetzung mit dem Genozid blieb dem armenischen Volk bisher weitestgehend verwehrt. Die Türkei hat die Ereignisse von 1915 bis heute nicht als Völkermord anerkannt – öffentlich darf nicht über dieses Thema gesprochen werden. Auch Deutschland wartete bis zum Gedenkjahr 2015 mit einer offiziellen Stellungnahme. Diese Leugnung wird von der Kulturanthropologin Aleida Assmann unter dem Begriff „Mnemozid” zusammengefasst – die vollständige Auslöschung der Erinnerung. Ihr Vortrag stellt diesen wichtigen Aspekt in der Behandlung des Völkermords dar und geht auch auf die deutsche Verantwortung im Mnemozid ein.

Aleida Assmann hatte von 1993–2014 den Lehrstuhl für Anglistik und Allgemeine Literaturtheorie an der Universität Konstanz inne. Sie nahm verschiedene Gastprofessuren in den USA wahr, publizierte zum Thema kulturelles Gedächtnis, Trauma und Generationen und erhielt im Jahre 2014 den Heinecken-Preis für Geschichte. Zuletzt erschien Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur – eine Intervention, München 2013.


ANSCHLIESSEND AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
1915: Aghet – Die Vernichtung
Ausstellung der Deutsch-Armenischen Gesellschaft

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