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NEWS 15/16

Offener Brief der DRAMATURGISCHEN GESELLSCHAFT zu den geplanten Sparmaßnahmen der Stadt

An die Mitglieder des Gemeinderats der Stadt Karlsruhe

Berlin, den 22.04.2016


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bestürzung haben wir von den Plänen, im Zuge der Haushaltsstabilisierung massive finanzielle Einschnitte am Etat des Badischen Staatstheaters Karlsruhe vorzunehmen, erfahren.

Die Stadt Karlsruhe versteht sich zu recht als eine „bedeutende Kulturstadt“. Bitte setzen Sie diesen Ruf nicht aufs Spiel, indem sie die Kulturinstitutionen Ihrer Stadt durch vergleichsweise geringe, für die betroffenen Institutionen jedoch gravierende Sparmaßnahmen nachhaltig beschädigen.

Seit Beginn der Intendanz von Peter Spuhler hat sich das Badische Staatstheater seinen festen Platz unter den führenden Theatern  dieses Landes zurückerobert. Die vielfachen Auszeichnungen, die das Staatstheater in den letzten Jahren erhalten hat – bis hin zur Einladung der Inszenierung „Stolpersteine Staatstheater“ zum diesjährigen Berliner Theatertreffen als eine der zehn bemerkenswertesten Aufführungen der vergangenen Saison – sind ein eindrücklicher Beleg für die hervorragende Arbeit, die am Badischen Staatstheater geleistet wird.

Die von Ihnen geplanten Kürzungen treffen das Badische Staatstheater ins Mark. Sie wären nur durch drastischen Personalabbau und eine deutliche Reduzierung des Angebots zu kompensieren. Das Staatstheater würde an Strahlkraft deutlich einbüßen – und mit ihm die Kulturstadt Karlsruhe.

Im Namen unserer Mitglieder bitte ich Sie daher eindringlich, Ihre Entscheidung zu überdenken und von den geplanten Kürzungen abzusehen. Vielleicht würden diese Sparmaßnahmen auf kurze Sicht den städtischen Haushalt tatsächlich geringfügig entlasten. Der langfristige Imageverlust und der Verlust an Lebensqualität, die eine Reduzierung des Theaterangebots für Karlsruhe zwangsläufig bedeuten würden, wiegen jedoch viel schwerer.

 Mit den besten Grüßen,

Christian Holtzhauer
Vorsitzender

 

Die Dramaturgische Gesellschaft (dg),1956 in Berlin gegründet, vereint Theatermacher*innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Sie versteht sich als offene Plattform für den Austausch über die künstlerische Arbeit, die Weiterentwicklung von Ästhetiken, Produktionsweisen und nicht zuletzt über die gesellschaftliche Funktion des Theaters. Zu den über 750 aktiven Mitgliedern der dg zählen nicht nur Dramaturg*innen, sondern auch Intendant*innen, Regisseur*innen,  Verleger*innen, Journalist*innen und Studierende. Mit ihren Tagungen und Aktivitäten leistet die dg einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Positionsbestimmung des Theaters und setzt regelmäßig wichtige Impulse für die künstlerische Arbeit.

 

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