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NEWS 15/16

STAATSTHEATER stellt den Spielplan 2016/17 VON WAHN UND WIRKLICHKEIT vor

Johannes Graf-Hauber, Kaufmännischer Direktor; Axel Preuß, designierter Schauspieldirektor; Generalmusikdirektor Justin Brown; Operndirektor Michael Fichtenholz; Generalintendant Peter Spuhler; Ballettdirektorin Birgit Keil; Ulrike Stöck, Leiterin des JUNGEN STAATSTHEATERS, Beata Anna Schmutz, Leiterin VOLKSTHEATER; Jan Linders, designierter Chefdramaturg - Foto: ONUK

Ein offenes Haus für eine offene Gesellschaft!

 „Seit seiner Erfindung als Ausdruck der Demokratie im alten Griechenland ist das Theater grenzüberschreitend: Künste und Künstler aus allen Himmelsrichtungen treffen auf der Bühne zusammen und sprechen zu einem Publikum, in dem jeder eine andere Sicht hat, seine eigene Erfahrung machen kann“, sagt Generalintendant Peter Spuhler zur Begrüßung. Zusammen mit seinen Spartenleitern stellte er den Spielplan vor. „Wir zeigen Theater für die Stadt und die Region, aber wir halten es so weltoffen wie möglich. Inspiriert von dem herausforderndsten Kunstwerk für das Theater, von Richard Wagners Ring des Nibelungen, haben wir das Begriffspaar Wahn & Wirklichkeit für die kommende Spielzeit 2016/17 gewählt“, umreißt er das Programm.

„Die OPER führt mit Die Walküre und Siegfried nicht nur den Ring der Vielfalt mit vier verschiedenen internationalen Regisseuren fort, sondern zeigt auch erstmals in der Intendanz von Peter Spuhler eine Uraufführung, Wahnfried, die vom STAATSTHEATER in Auftrag gegeben wurde“, betont Generalmusikdirektor Justin Brown. Ein spannendes Projekt, auf das ich mich schon sehr freue und das die Karlsruher Wagner-Tradition bereichern und fortsetzen wird.“ Der Komponist Avner Dorman und der Librettist Lutz Hübner erzählen darin die Familiengeschichte des Wagner-Clans nach dem Tode Richard Wagners. „Mit L’elisir d’amore, Adriana Lecouvreur und La clemenza di Tito erhalten die Belcanto- und Mozart-Opern, in denen sich die Stimmen der Ensemblesänger bestens entfalten können, ein starkes Gewicht im Spielplan“, stellt der Operndirektor Michael Fichtenholz die weiteren Premieren vor. Hinzu kommen acht Wiederaufnahmen aus dem Repertoire.

Das STAATSBALLETT eröffnet seine Saison mit der preisgekrönten Produktion La Sylphide von Peter Schaufuss nach August Bournonville. „Damit vervollständigen wir unsere Klassikerreihe“, so Ballettdirektorin Birgit Keil. Die Uraufführung im Frühjahr, Rusalka, ist Teil des „Karlsruher Wegs“ der dezidierten Nachwuchsförderung. Jiří Bubeníček, einer der international gefragtesten Choreografen der jungen Generation, wird zum ersten Mal eine Kreation für das STAATSBALLETT erarbeiten. „Ganz im Sinne des Spielzeitmottos VON WAHN UND WIRKLICHKEIT ist in beiden Neuproduktionen die Liebe der menschlichen Protagonisten zum Scheitern verurteilt, weil das Luftwesen Sylphide und die Nixe Rusalka in der irdischen Realität der Menschen nicht überleben können.“ Das Repertoire ergänzen vier Wiederaufnahmen.

Das SCHAUSPIEL reflektiert gemeinsam mit dem Publikum Fragen, die unsere Gesellschaft derzeit stark bewegen. „Seit der Antike gehört die Schauspielbühne zu jenen Räumen, in denen sich die Gesellschaft über ihre Werte auf besondere – das heißt künstlerische – Weise verständigen kann. Wie gelingt es unserer Gesellschaft, auf die immensen Herausforderungen und Bedrohungen zu reagieren? Wie halten wir es mit Freiheit und Menschenwürde, das heißt: mit dem Grundgesetz als dem Fundament unserer Gesellschaft?“ Mit diesen Fragen beginnt der zukünftige Schauspieldirektor Axel Preuß seine erste Spielzeit. Terror heißt das Stück der Stunde, denn es fragt nicht nur nach der Würde des Menschen, sondern nimmt den Zuschauer als Bürger ernst, indem dieser zum wesentlichen Akteur der Inszenierung wird. Ich rufe meine Brüder, Möglicherweise gab es einen Zwischenfall oder die Uraufführung Angriff auf die Freiheit nach einem Essay von Juli Zeh und Ilija Trojanow gehören in dieses Themenfeld. Eine Antwort auf die Herausforderungen der Gegenwart könnte die Nächstenliebe sein – wie in dem Auftragswerk sterben helfen oder der irischen Komödie Der Krüppel von Inishmaan. Zur Herausforderung wird die Liebe in Arbeiten wie dem thai-deutschen Performance-Projekt Happy Hunting Ground, den Goldberg-Variationen über die Erschaffung der Welt auf der Theaterbühne, die als Musical ihre Uraufführung erleben werden, oder dem brisanten Dokumentarstück Nowhere out von Hans-Werner Kroesinger. In dieser Uraufführung untersucht Kroesinger, dessen Stolpersteine Staatstheater im Mai zum BERLINER THEATERTREFFEN eingeladen sind, die Situation von Menschen, die einer dreifachen Diskriminierung ausgesetzt sind: geflohen, muslimisch, homosexuell. Dazu kommen drei weitere Premieren und 15 Wiederaufnahmen.

Das VOLKSTHEATER öffnet sich mit Inschrift Heimat noch mehr in Richtung Stadt. „Wir forschen direkt bei den Menschen, in ihrer Wirklichkeit, vor ihrer Haustür und im Stadtraum. Wir richten Forschungsstationen ein und zeigen die Ergebnisse in fünf Episoden, die in einer finalen Inszenierung im GROSSEN HAUS münden“, sagt die Leiterin Beata Anna Schmutz. Die neue eigenständige Sparte setzt sich auch mit dem Schicksal von Geflüchteten auseinander, in Wie der Soldat das Grammophon repariert allerdings nicht mit ihrer Flucht, sondern mit dem Ankommen aus der Perspektive junger Menschen.

 „Das JUNGE STAATSTHEATER zeigt neben Karlsson vom Dach, den ersten extra für Jugendliche erarbeiteten Klassiker – Romeo und Julia, den ich selbst inszenieren werde“, freut sich Ulrike Stöck auf die kommende Saison. Du bist perfekt ist die erste eigene Stückentwicklung des Ensembles. Friedrich Karl Waechters Kinderbuch Wir können noch viel zusammen machen, 1975 mit dem Deutscher Jugendliteraturpreis gekrönt, bildet die Vorlage zu Peter Androschs liebevoll komponierter Kinderoper Freunde! Das erfolgreiche Theater für die Allerkleinsten wird mit einer weiteren Uraufführung fortgesetzt, und im märchenhaften Weihnachtsstück vermischen sich WAHN UND WIRKLICHKEIT: Schneeweißchen und Rosenrot. Dazu kommen 10 Wiederaufnahmen.

Das ganze Programm in der Übersicht finden Sie hier

Der umfangreiche Konzertspielplan der BADISCHEN STAATSKAPELLE wird am 21.6. um 17 Uhr vor dem Sonderkonzert von Martin Grubinger vorgestellt. Auch das Programm der 40. INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELE präsentiert der Künstlerische Leiter der Festspiele, Michael Fichtenholz, in einer eigenen Pressekonferenz im Juli 2016.
 
Nach zwei Jahren werden die Kartenpreise leicht erhöht. Dabei wurde differenziert vorgegangen. Die Anhebungen liegen pro Karte zwischen 0,50 und 2 Euro. Dafür entfällt ab der kommenden Spielzeit die Webgebühr für Ticketkäufe im Internet. Die Nachfrage ist innerhalb der letzten fünf Jahren um 70 Prozent gestiegen.

Ab dem 11.7.16 beginnt der Vorverkauf für die Monate September und Oktober 2016 und am 12.9.16 für alle bereits terminierten Vorstellungen bis zum Ende der Spielzeit 2016/17. Die Wiederaufnahme von My Fair Lady am 25.9. ist wegen der großen Nachfrage bereits jetzt im Verkauf. 

 

 

 

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