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NEWS 15/16

STOLPERSTEINE STAATSTHEATER zu THEATERTREFFEN 2016 eingeladen!

 - Foto: Florian Merdes

Das STAATSTHEATER KARLSRUHE ist erstmals zum renommiertesten deutschsprachigen Wettbewerb, dem BERLINER THEATERTREFFEN, eingeladen worden.
„Wahnsinn! Wir freuen uns – auch für die Stadt Karlsruhe –, dass unsere Recherche zum Stadtgeburtstag über die Gleichschaltung des STAATSTHEATERS auf das einstimmige Interesse der unabhängigen Jury gestoßen ist", sagte Schauspieldirektor Jan Linders bei Bekanntgabe. „Wir freuen uns, dass Hans-Werner Kroesinger und seine besondere Form des Dokumentartheaters erstmals gewürdigt wird. Und wir freuen uns, dass das Schicksal der Verfolgten während der Nazizeit auf diese Weise nochmals gewürdigt wird.“

Das SCHAUSPIEL des STAATSTHEATERS ist demnächst also zweimal in Berlin: Einmal mit Schatten (Eurydike sagt) bei den Autorentheatertagen 2016 im Deutschen Theater und durch die jetzige Einladung auch mit Stolpersteine Staatstheater

In der Jurybegründung heißt es: „Der Regisseur Hans-Werner Kroesinger und die Dramaturgin Regine Dura haben aus Personalakten des Staatstheaters Karlsruhe rekonstruiert, wie antisemitische Diskriminierung und die Entlassung linker und liberaler Theaterkünstler*innen nach 1933 im Detail funktioniert hat. Schauspieler*innen lesen an einem großen Arbeitstisch, an dem sie zusammen mit den Zuschauer*innen sitzen, Akten, Zeitungsberichte, Memoiren, Zeitzeugen-Interviews. Sie wechseln dabei immer wieder für kurze Passagen ins Spiel. Man erfährt wie in Karlsruhe jüdische Schauspieler*innen, eine jüdische Souffleuse und der Intendant entlassen, verhaftet, ins Exil oder in den Suizid getrieben wurden. Die einzelnen Künstler*innen werden nicht auf ihren Opfer-Status reduziert, es entstehen knappe, dichte Porträts. Das bürokratische Prozedere, das den sozialen Ausschluss und die Vorbereitung des Völkermords juristisch im Detail regelt, die Legitimation durch Verfahren, die noch in den Hetzartikeln des lokalen NS-Blatts die Diskriminierung gerne durch Nennung der entsprechenden Paragrafen rechtsstaatlich kaschiert, die höflichen, formal stets korrekten Briefe eines Oberregierungsrats, die der jüdischen Souffleuse die Rechtmäßigkeit ihrer Entlassung bescheinigen, machen die Inszenierung zu einem Lehrstück über das wertfreie Funktionieren staatlicher Bürokratie.“
 
Stolpersteine Staatstheater zeigen wir zum nächsten Mal am 28.2. in Karlsruhe.


Wir gratulieren auch ganz herzlich den anderen Ausgezeichneten, dem Deutsches Schauspielhaus Hamburg, dem Schauspielhaus Zürich, der Volksbühne Berlin, den Münchner Kammerspielen, dem Gorki Theater Berlin, dem Deutschen Theater Berlin, der Gemeinschaftsproduktion von den Wiener Festwochen / Burgtheater Wien / Theater Basel und dem Staatstheater Kassel!

Die Eingeladenen wurden heute vom Berliner Festspiele-Intendant Thomas Oberender und Theatertreffenleiterin Yvonne Büdenhölzer zusammen mit der Kritiker*innen-Jury (Till Briegleb, Barbara Burckhardt, Wolfgang Huber-Lang, Peter Laudenbach, Bernd Noack, Stephan Reuter und Andreas Wilink) im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Dabei besuchte die Jury 394 Inszenierungen in 59 Städten, 38 Inszenierungen wurden diskutiert. Das 53. Theatertreffen findet vom 6. bis zum 22. Mai 2016 in Berlin statt.

Alle weiteren Informationen finden Sie hier

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